Naturschutzorganisationen vor Gericht: Schutz des einzigartige Ökosystem Borkumse Stenen, damit sich die Riffe erholen können

— PRESSEMITTEILUNG —

Die Doggerland-Stiftung, die Deutsche Umwelthilfe (DUH), die MOB-Stiftung und die Bürgerinitiative Saubere Luft Ostfriesland klagen am 19. Januar 2026 gegen das Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei, Ernährungssicherheit und Natur. Sie setzen sich für einen besseren Schutz des einzigartigen Ökosystems Borkumse Stenen in der Nordsee ein, damit sich die Natur erholen kann. Emilie Reuchlin, Direktorin von Doggerland, erklärt: „Die Riffe dort spielen eine wichtige Rolle für das gesamte Gebiet. Es ist wichtig, dass die Regierung dem Gebiet den Status eines Natura-2000-Gebiets verleiht, damit es vor schädlichen Eingriffen geschützt werden kann, wie es bereits im angrenzenden deutschen Teil der Fall ist.“

Mosaik der Lebensräume

Die Borkumse Stenen, ein natürliches Nordseeriff an der Grenze zwischen den Niederlanden und Deutschland, nördlich von Schiermonnikoog und Borkum, sind mit Kies und großen Felsblöcken übersät. Der sandige Meeresboden ist Heimat von Röhrenwürmern, die Riffe bilden. Diese Riffe bieten zahlreichen Tierarten Lebensraum und dienen als Kinderstube für Jungfische. Genau dieses Mosaik aus verschiedenen Arten und Lebensräumen schafft eine einzigartige Unterwasserwelt. Das Gebiet bildet zudem eine Übergangszone von der Küste zur Tiefsee. Von den Borkumse Stenen wandern Jungfische weiter hinaus in die Nordsee, sodass das gesamte umliegende Gebiet von dieser Funktion als Kinderstube profitiert.

Natura-2000-Gebiet

Naturschützer setzen sich für einen besseren Schutz dieses Gebiets durch die Ausweisung als Natura-2000-Gebiet ein. Ein Teil der Borkumse Stenen ist derzeit als Gebiet der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) ausgewiesen, was bedeutet, dass dort die Schleppnetzfischerei verboten ist. Andere schädliche und umweltbelastende Aktivitäten wie Gasgewinnung, seismische Untersuchungen und die Entsorgung von Kampfmitteln sind weiterhin erlaubt. Darüber hinaus umfassen die Grenzen dieses MSRL-Gebiets nicht alle besonderen Lebensräume. Die Regierung ist verpflichtet, alle Lebensräume in schlechtem Zustand wiederherzustellen. Der Schutz des Gebiets als Natura-2000-Gebiet könnte jedoch alle schädlichen Aktivitäten verhindern und so geschützten Arten und Lebensräumen eine Chance auf vollständige Erholung geben.

Reuchlin fährt fort: „Ein Natura-2000-Gebiet gibt der Regierung deutlich mehr Möglichkeiten, schädliche Aktivitäten zu verhindern und die dringend benötigte Wiederherstellung der Natur zu ermöglichen. Dies ist auch wichtig, um dem Naturschutzgesetz nachzukommen, für das noch in diesem Jahr ein Plan erstellt werden muss. Alle Ökosysteme, die sich derzeit in einem schlechten Zustand befinden, müssen bis 2030 verbessert und bis 2050 vollständig intakt sein. Kurz gesagt: Wir dürfen keine Zeit verlieren; der Minister muss jetzt handeln!“

„Wir sind immer wieder begeistert von der farbenprächtigen Unterwasserwelt und der Artenvielfalt der Borkumse Stenen. So etwas erwartet man sonst nur in tropischen Meeren“, sagt Bernd Meyerer, Sprecher der Emder Bürgerinitiative Saubere Luft Ostfriesland. „Diese einzigartige Rifflandschaft der Borkumse Stenen mit ihrer reichen Biodiversität muss unbedingt geschützt und für die Zukunft erhalten werden.“

Sascha Müller-Kraenner, Exekutivdirektor der DUH: „Das Borkumse-Stenen-Riffsystem ist im angrenzenden deutschen Gebiet bereits geschützt. Bislang endet dieser Schutz an der niederländischen Grenze. Natura 2000 ist jedoch als EU-weites Netzwerk zum Schutz wertvoller Lebensräume über Grenzen hinweg konzipiert. Deshalb forderte die Europäische Kommission die Niederlande bereits 2009 auf, diese Lücke zu schließen. Angesichts der zunehmenden Industrialisierung der Nordsee ist es dringend notwendig, schutzwürdigen Gebieten den Schutz zu gewähren, den die Nordsee verdient. Dass dies nun gerichtlich durchgesetzt werden muss, ist ein politisches Versagen und ein ernstes Warnsignal für unser Verhältnis zum Meer.“

Eine Win-win-Situation für Natur und Klima

Die Borkumse-Stenen-Riffe dienen als Oasen in der Wüste für das Meeresleben. Sie sind nicht nur Kinderstuben für neue Meereslebewesen, sondern auch Heimat vieler einzigartiger Arten wie der Kaltwasserkoralle „Toter-Mann-Finger“, farbenprächtiger Seeanemonen wie der Federanemone, Schwämmen und Krebstieren. Die Riffe, die von Röhrenwürmern als wahre Bio-Baumeister geschaffen werden, sichern nicht nur die natürliche Regeneration der ansonsten stark geschwächten Nordsee, sondern speichern auch große Mengen Kohlenstoff im Meeresboden. Dadurch wird die Natur zu einem hervorragenden Klimapuffer. Indem wir der Natur Ruhe und Raum geben, bekämpfen wir sowohl die Biodiversitätskrise als auch die Klimakrise, verbessern das Wohlbefinden aller Meereslebewesen und gehen gegen die Verschmutzung des Meeres, der Meereslebewesen und uns selbst vor.

 

 

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PERSBERICHT – Natuurorganisaties bij rechter_ Bescherm uniek ecosysteem Borkumse Stenen zodat riffen kunnen herstellen(1)

Deutsch PERSBERICHT – Natuurorganisaties bij rechter_ Bescherm uniek ecosysteem Borkumse Stenen zodat riffen kunnen herstellen

Ziel der Klage: Die pinke (Gebiet der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL bzw. KRM in Niederländisch)) und die blaue Fläche sollen als Natura 2000-Gebiet anerkannt werden.