Emder Zeitung

Tourismus und Kohlekraftwerke gehen nicht zusammen. Lesen Sie hier eine Meinung aus der Emder Zeitung.

Dem Tourismus droht der Niedergang
Zum Thema Kohlekraftwerke.
Mit
der geplanten Ansiedlung von Kohlekraftwerken an der Nordseeküste geht
ganz sicher die Vernichtung vorhandener standortsicherer Arbeitsplätze
im Tourismus einher! Mit 322 000 Arbeitsplätzen ist der Tourismus
größter Arbeitgeber in Niedersachsen. Die niedersächsische Nordseeküste
verzeichnete mehr als 24 Millionen Übernachtungen.
Besonders
stark ist die ostfriesische Küste! Auf jeden Ostfriesen kommen vier
Gäste, so die IHK-Zahlen diesen Jahres. Allein für die ostfriesischen
Inseln vermeldet die IHK fünf Millionen Übernachtungen pro Jahr. Hinter
dem Wort Übernachtungen stehen Menschen, gern gesehene Gäste, die Teile
ihres Einkommens in guten Urlaub investieren. Menschen, die Erholung
suchen, frische Luft atmen wollen, das grandiose Wattenmeer, die
wunderschönen Inseln und eine einzigartige Natur- und Kulturlandschaft
genießen möchten.
Dieses Jahr schien das auch der
Ministerpräsident, Herr Wulff, gerne zu tun. Seine Sommerreise führte
ihn hierher. Er lobte die Insulaner als Musterostfriesen, streichelte
Seehunde, redete von der Wichtigkeit des Küstenschutzes, der schönen
Landschaft und natürlich von der wirtschaftlichen Bedeutung des
Tourismus. Doch gerade diesem Wirtschaftszweig wird die Regierung Wulff
mit ihrer kurzsichtigen Wirtschafts- und Energiepolitik im wahrsten
Sinne des Wortes die Luft abdrehen.
Werden die
„Kohlekraftwerksträume“ von Energiekonzernen und Land wahr, droht der
Niedergang bedeutender Teile unserer regionalen Wertschöpfungskette,
weil ihre Grundlage zunichte gemacht wird. Wir Bürger müssen ganz
deutlich sagen, dass wir von einer solchen Politik nichts halten. Und
zwar, weil wir es uns nicht leisten können, unsere Lebens- und
Wirtschaftsgrundlage von Kohlekraftwerken zerstören zu lassen.
Elsche Wilts
26759 Hinte-Osterhusen